Sie können keine Entscheidungen treffen?

Sie können keine Entscheidungen treffen?

Dann geht es Ihnen genau wie mir! Rot oder Blau, Chips oder Schokolade, diesen Job annehmen oder jenen, „Ja ich will“ oder „Nein lieber doch nicht“ – egal ob kleine, irrelevante oder große Entscheidungen – Sie stellen mich immer vor eine Herausforderung. Denn im Entscheidungentreffen bin ich eine absolute Niete: Sie paralysieren mich und verfolgen mich auch später noch mit Zweifeln.

Die Fülle an Wahlmöglichkeiten ist das Ergebnis unserer heutigen Privilegien. Nicht jeder hat die Freiheit zu wählen, wo er arbeitet oder lebt, wie er seine Zeit verbringen oder wofür er sein Geld ausgeben möchte. Es sind die Privilegien unserer Gesellschaft. Doch diese können auch erschöpfend wirken und das Treffen von Entscheidungen deutlich erschweren.

Deshalb habe ich für Sie Strategien erprobt, mit denen weniger Zeit für Entscheidungen und mehr Zeit für die Wertschätzung der Ergebnisse aufgewendet werden kann.

„Gut genug“ ist gut genug!

Da Perfektionismus und Unentschlossenheit oft Hand in Hand gehen, sollte Ihr erster Schritt darin bestehen, von der Denkweise „ich will das Allerbeste“ zu „gut genug ist gut genug“ überzugehen.

Wenn Sie die Messlatte richtig setzen, können Sie Ihr ursprüngliches Ziel besser reflektieren. Haben Sie mit Ihrer Online-Shopping-Odyssee begonnen, um einen Toaster zu finden, der gleichzeitig Kaffee macht, Musik abspielt und auch Ihr Handy aufladen kann? Oder haben Sie nur etwas gesucht, das Ihrem Weißbrot einen schönen, goldenen Farbton verpasst? Haben Sie sich am Ende einen Toaster gekauft, der genau das gut macht, wird es Sie sicherlich nicht stören, dass er dabei keine Musik spielt.

Outsourcen Sie Ihre Entscheidungen!

Zu viele anstehende Entscheidungen können ermüdend auf Ihren Geist wirken. Deshalb sollten Sie wählerisch mit den zu treffenden Entscheidungen umgehen! Nicht immer müssen alle Entscheidungen von Ihnen getroffen werden. Wenn Sie nur ein gutes Glas Wein zum Abendessen möchten, dann lassen Sie sich doch beim nächsten Einkauf einfach eine Auswahl vom Weinexperten erstellen! Sie werden sehen – Sie können den guten Tropfen viel besser genießen, wenn Sie nicht so viel geistige Arbeit hineinstecken mussten.

Sie können sich übrigens nicht nur auf Experten stützen, sondern auch die Verantwortung mit Ihren Mitmenschen teilen. Wenn Sie regelmäßig mit den gleichen Freunden essen gehen, dann wechseln Sie sich doch mit dem Aussuchen des Restaurants ab! So kommt es zu keinen unnötigen Diskussionen. Außerdem sparen Sie Zeit und Stress mit der Suche und Auswahl. Stattdessen genießen Sie einfach die Zeit mit Ihren Freunden.

Für ähnlich unbedeutende Entscheidungen brauchen Sie nicht einmal einen anderen Menschen. Stattdessen können Sie sich auf Gewohnheiten und Routinen verlassen oder aber auf den Zufall. Wenn Sie sowieso nur noch wenige Alternativen zur Auswahl haben, werfen Sie einfach einen Würfel, eine Münze oder verwenden Sie eine App wie „Decide Now!“ (Hier downloaden: IOS; Android).

Verwenden Sie die 90-Prozent-Regel!

Mit Sicherheit kennen Sie auch Situationen, in denen Sie sich einfach nur für oder gegen etwas entscheiden müssen, und trotzdem nicht wissen, was Sie tun sollen. Soll ich das neue Projekt annehmen oder nicht, brauche ich dieses Küchengerät oder nicht, gehe ich zu der Party oder lieber nicht? Wenn es um Ja-oder-Nein-Entscheidungen geht, versuchen Sie es doch einmal mit der „90-Prozent-Regel“ aus Greg McKeowns Buch „Essentialism“ (Hier auf Amazon erhältlich):

Schauen Sie sich die Option, über die Sie eine Entscheidung treffen müssen, genau an. Vor dem Hintergrund all der anderen Möglichkeiten, in die Sie Ihre Zeit oder Ihr Geld investieren könnten, wo würden Sie diese Option auf einer Skala von 1 bis 10 einstufen? „Wenn es keine 9 oder 10 ist, dann ist es laut McKeown eine 1. Sagen Sie „Nein“ zu dieser Option und widmen Sie sich Dingen, die Ihre Zeit (oder Ihr Geld) wirklich wert sind. Sie haben die richtige Entscheidung getroffen.

Das klingt zwar hart, doch in einer Welt, die vor lauter Möglichkeiten nur so explodiert, müsse man lernen, zwischen Dingen, die gut sind, und Dingen, die außerordentlich gut sind, zu unterscheiden, so McKeown. Denn unsere Zeit pro Tag, pro Woche und pro Jahr ist begrenzt. Am Ende werden Sie mehr Zeit für die Dinge haben, die Sie wirklich tun wollen, mehr Dinge schaffen und erfüllter leben.

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Führen Sie Gedankenexperimente durch!

Angenommen, Sie sind unzufrieden mit Ihrem aktuellen Job, können sich jedoch nicht entscheiden, ob Sie kündigen und sich einen neuen Job suchen oder einfach bleiben und sich mit dem, was Sie haben, zufriedengeben sollten. Dann könnten Sie sich einen Knopf vorstellen: Wenn Sie ihn drücken, werden Sie ein halbes Jahr in die Zukunft zu einem Zeitpunkt in einem neuen Job geführt. Sie hätten bereits das Durchforsten von Stellenausschreibungen, Vorstellungsgespräche und die Kündigung Ihres alten Jobs hinter sich und stünden vor einer neuen beruflichen Herausforderung. Würden Sie ihn drücken? Wenn die Antwort "Ja" lautet, ist es nicht die Kündigung des Jobs an sich, die Sie fürchten, sondern die Mühe, die mit der Suche nach einer neuen Stelle einhergeht.

Wie Sie sehen, können Gedankenexperimente Ihnen dabei helfen, sich frei von Aspekten zu machen, die Ihre Entscheidung in diesem Moment noch negativ beeinflussen, tatsächlich aber nichts mit dem Endresultat Ihrer Wahl zu tun haben. So werden Sie klarer sehen, besser auf Ihr Bauchgefühl hören und Ihren Instinkten vertrauen können. Denn meist liegen diese eben doch richtig!

Schränken Sie Ihre Wahlmöglichkeiten künstlich ein!

Eines der wichtigsten Dinge, um das Treffen von Entscheidungen zu vereinfachen, ist zu akzeptieren, dass Sie niemals alle Informationen haben werden. In unserer heutigen, digitalisierten Welt hat man zumeist unendlich viele, wirklich gute Optionen. Doch der Unterschied zwischen einer guten Wahl und einer sehr, sehr guten Wahl ist häufig Ihre Mühe gar nicht wert!

Überlegen Sie sich gut, wie viel Aufwand Sie in diese Entscheidung stecken möchten und passen Sie den Prozess entsprechend an. Brauchen Sie zum Beispiel ein neues Kleid, dann müssen Sie ja nicht gleich das ganze Internet durchforsten! Sondern setzen Sie sich ein Limit: Durchsuchen Sie zum Beispiel nur die drei Webseiten, auf denen Sie Ihre letzten Kleider gekauft haben, und entscheiden Sie sich für eines. So schränken Sie Ihre Wahlmöglichkeiten künstlich ein, stecken weniger Energie in den Entscheidungsprozess und sind am Ende sicherlich noch genauso zufrieden mit Ihrem Ergebnis.

Fazit

Es gibt diverse Strategien, die uns das Treffen von Entscheidungen erleichtern können, doch gehört auch eine Veränderung in unserer Einstellung dazu. Perfektionismus und das Streben nach der besten Option sind in der heutigen Zeit schwieriger geworden. Tatsächlich ist der Aufwand, der damit einhergeht, den Unterschied zwischen „gut genug“ und „am allerbesten“ meist gar nicht mehr wert.

Also lösen Sie sich von dem Gedanken, nur das Beste sei gut genug! Hören Sie auf, zu viel Energie in Entscheidungen zu stecken. Stattdessen treffen Sie eine Entscheidung! Sie kann richtig oder falsch sein. Aber eines ist gewiss: Sie ersparen sich viel Zeit und Stress.

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